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QUERSCHNITTSYNDROM Als Querschnittsyndrom bezeichnet man die komplexe (= vielfältige) neurologische Symptomatik (= Krankheitszeichen) bei Querschnit tläsion (= vollständige oder teilweise Schädigung eines oder mehrerer Rückenmarkssegmente durch eine direkte Verletzung). Über den Mechanismus der
Schmerz entstehung bei einem
Querschnittsyndrom ist wenig bekannt. Der
Schmerz, der bei
einer kompletten (= vollständige Durchtrennung des Rückenmarks)
Querschnit tslähmung im
gelähmten Bereich auftritt, wird als
Deafferenzierungsschmerz
bezeichnet. Dieser Begriff beschreibt
Schmerzen, die
nach, bzw. trotz Ausschaltung der sensiblen Impulse (Afferenzen
(= dem Zentralnervensystem
zuströmende Erregung)) im ehemaligen
Versorgungsgebiet des betroffenen
Nerven
oder Nervenstammes auftreten. Im Prinzip handelt es sich also um
Phantomschmerzen. Es hat sich allerdings als zweckmäßig erwiesen, den
Begriff "Phantomschmerz"
nur dann zu verwenden, wenn ein (Teil-) Verlust einer
Extremität
(=
Arm
/
Bein) vorliegt. Bei einer Parapleg ie (= schlaffe oder spastische Lähmung beider Bei ne) kann die kontinuierliche per idurale (= rückenmarknahe) Blockade mit Katheter (*siehe unten) hilfreich sein. Die Implantation (= Einpflanzung) des Katheters muß jedoch oberhalb des geschädigten Segments erfolgen. Bei Tetrapleg ie (= vollständige Lähmung aller 4Extremi täten) bedarf die kontinuierliche Per iduralblockade oberhalb des geschädigten Segments wegen des erhöhten Risikos einer strengen Indikationsstellung (= Abwägung von Nutzen und Risiko). Als
medikamentöse Schmerztherapie können beim Querschnittsyndrom
Carbamazepin, auch Gabapentin oder Pregabalin
(= Mittel gegen die Fallsucht, aber auch beim
Schmerz nach einem
Querschnittssyndrom hilfreich),
Baclofen (= im
Gehirn/Rückenmark wirkendes Mittel zur Muskelentspannung)
und schmerz
distanzierende
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depressionen)
sowie
Neuroleptika
(= Mittel gegen psychische Erkrankungen)
versucht werden. Rhizotomien (= selektive Blockaden der hinteren Rückenmarkwurzeln) und Sympathektomien (= operative Teilentfernung des unwillkürlichen Nervensystems) sollen beim Querschnittsyndrom erfolglos sein (Thoden 1987). Nach Winkelmüller (1993) kann eine elektrische Stimulation der Hinterstränge des Rückenmarks versucht werden (DCS = dorsal column Stimulation, bzw. ESES = epidurale spinale Elektrostimulation). Bestehen bei Querschnittsyndrom längerfristig Schmerzen, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen. * Methodenbeschreibung Die
kontinuierliche epidurale Blockade mit Katheter wird zur
Schmerzausschaltung bei Operationen allgemein oft angewendet, sie eignet sich
vorzüglich auch zur Therapie chronischer
Schmerzen. Bei
dieser Methode wird im Bereich der Lendenwirbel (oder auch höher, je nach
Verletzungssegment) ein dünner Kunststoffkatheter in örtlicher Betäubung dicht
an das Rückenmark eingelegt. Dieser wird dann mehrmals täglich mit einer lang
wirkenden,
örtlichen Betäubungsmittellösung aufgefüllt. Der Katheter kann auch mittels
einer kleinen Medikamentenpumpe kontinuierlich befüllt werden. Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken). Jetzt noch gute Nachrichten für alle Schmerzpatienten
Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf der
Web-Seite der Bundesregierung
mit, dass
alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen
Krankenkasse einen
Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre
REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen. Lesen Sie dazu auch einen
Brief
des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als
Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen.
Dieses
Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von
Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR
2071/05 und
Hessen ((Az.: L 1 KR
2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen
Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet,
die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu
berücksichtigen (eine
Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)).
Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken). Wenn Sie eine genaue Anfahrtsbeschreibung ab Ihrem Wohnort wünschen, klicken sie hier.
Haftungshinweis:
Weitere Schmerzthemen (Auswahl) Aktualisiert: >05.01.2009</> kusb& Unsere internationalen (englischsprachigen) Themen: Causalgia (http://www.causalgia.eu), Complex Regional Pain Syndrome (www.complex-regional-pain-syndrome.de), Complex regional pain syndrome type I (http://www.complex-regional-pain-syndrome-type-1.com), Complex regional pain syndrome type II (http://www.complex-regional-pain-syndrome-type-2.com), CRPS (www.crps-type.com), CRPS-Type II (http://www.crps-type-2.com), Face Pain (www.face-pain.com) low back pain (www.low-back-pain.net), Prosopalgia (www.prosopalgia.de), Reflex Sympathetic Dystrophy Syndrome (www.reflex-sympathetic-dystrophy-syndrome.de), Sudeck atrophy (Sudeck`s atrophy) (www.sudeck-atrophy.com), Sudeck disease (Sudeck`s disease) (www.sudeck-disease.com, Sudeck dystrophy (Sudeck`s dystrophy) (www.sudeck-dystrophy.com), Schmerzklinik (1), Schmerzklinik (2), Schmerzklinik (3), Schmerzklinik (4) --------------------------------------- http://www.querschnittsyndrom.de <strong>Schmerz</strong> / <strong>Schmerzen</strong> bei einem <strong>Querschnittsyndrom</strong> |